Mentoring-Paare in Nordamerika gesucht und gefunden. Durch eine Kooperation des Alumni Clubs mit ASCINA haben die Club-Mitglieder Alessandra Handisurya und David Stelzeneder die Möglichkeit erhalten, am ASCINA Mentoring-Programm teilzunehmen.
"Mentoring ist ein sehr effektiver Weg profesioneller Entwicklung und Karriereförderung.Wir wollen damit junge Alumni Club-Mitglieder, die in Nordamerika zu arbeiten beginnen, unterstützen", so Alumni Club-Präsidentin und Vizerektorin Karin Gutiérrez-Lobos, "Mit dem Mentoring-Programm soll Studierenden oder jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern, die am Anfang ihrer Karriere stehen, die Möglichkeit geboten werden, von der Erfahrung, dem Einblick in das jeweilige System, den Erkenntnissen und dem Netzwerk etablierter österreichischer Wissenschafter und Wissenschafterinnen, die schon seit längerem in Nordamerika leben und arbeiten, zu profitieren."
Karriereziele gemeinsam erarbeiten
Die MentorInnen helfen bei einer effizienten Karriereplanung. Die Paare erarbeiten gemeinsam langfristige Karriereziele für die Mentees. Dabei werden auch Zwischenschritte definiert, deren Erfüllung das Erreichen der langfristigen Ziele ermöglichen soll.
Dr.in Alessandra Handisurya und Dr. David Stelzeneder sind die ausgewählten Mentees, Prof.in Dr.in Edda Fiebinger und Prof. Dr. Alexander Rauscher Mentor und Mentorin.

Alessandra Handisurya arbeitet seit September 2010 im Zuge eines postgraduellen Forschungsstipendiums an den National Institutes of Health in Bethesda: "Bereits während meiner Ausbildung zur Fachärztin für Dermatologie habe ich mich mit dem Thema der Humanen Papillomviren beschäftigt. Seit langem war es mein größter Wunsch in die USA an eine renommierte Einrichtung zu gehen, um an diesem Thema weiterzuarbeiten und meine Kenntnisse zu vertiefen. Naheliegend war es daher an die National Institutes of Health, National Cancer Institute, zu gehen, um in dem Labor (Leitung: Doug Lowy MD, John Schiller PhD) zu arbeiten, das maßgeblich an der Entwicklung der Humanen Papillomvirus Vakzine beteiligt war."

David Stelzeneder hat, "da für mich während des Humanmedizinstudiums ein längerer Studienaufenthalt im Ausland nicht möglich war", nach seiner Promotion nach Möglichkeiten gesucht, ins Ausland und wenn möglich ins Englisch-sprachige Ausland zu gehen. "Dass meine Heimatinstitution, das MR Zentrum Hochfeld-MR der Universitätsklinik für Radiodiagnostik der MedUni Wien, zahlreiche internationale Kontakte pflegt, hat meine Wahl der Gastinstitution entscheidend beeinflusst. Das ausgezeichnete Umfeld für Forschung und Entwicklung und das international-akademische, sehr weltoffene soziale Umfeld im Großraum Boston waren meine Hauptmotivationen, meinen Forschungsaufenthalt dort zu planen." Und so arbeitet Stelzeneder seit August 2010 am Department of Orthopedic Surgery im Children’s Hospital Boston/Harvard Medical School.
Ehemalige Mentee ist jetzt Mentorin
Edda Fiebinger arbeitet seit 2007 als Assistenz Professorin für Pädiatrie am Children’s Hospital Boston and Harvard Medical School und ist Handisuryas Mentorin: "Meine eigene Karriere wurde maßgeblich durch meine Mentoren geformt. Diese direkte Erfahrung und ihr positiver Effekt für meine berufliche Laufbahn, haben mich dazu bewegt, die Anfrage, ob ich bei diesem Programm als Mentorin mitmachen würde, sofort zu bejahen. Die Position eines Mentors kann nicht durch die des eigenen Vorgesetzten ersetzt werden. In unserem Beruf hat der Laborleiter oft andere Interessen, als die bestmögliche Förderung des Einzelnen zu verfolgen. Auch als Mentee ist es nicht immer einfach und oft haben mich meine Mentoren mit unangenehmen, wenngleich auch sehr realen, Problemen und Seiten unseres Berufs konfrontiert. Durch die intellektuelle Großzügigkeit und Zeit dieser Mentoren, konnte ich mir einiges an Fehlern ersparen. Ich hoffe, durch meine Mitwirkung am Mentoring-Programm meinen Kollegen und Kolleginnen beim Start in der nächsten Phase ihrer Karriere genauso so behilflich sein zu können."
Gute Kontaktmöglichkeit zur österreichischen Wissenschaft
Alexander Rauscher, der von der Ausbildung her Physiker ist und an der TU Wien promoviert hat, ist seit 2010 Assistenzprofessor an der University of British Columbia in the UBC MRI Research Centre in Vancouver. Er arbeitet auf dem Gebiet der Magnetresonanztomographie und ist spezialisiert auf die Untersuchung und Diagnostik von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Multiple Sklerose. "Für mich ist das Mentoring-Programm eine weitere gute Möglichkeit, den Kontakt zur österreichischen Forschung aufrecht zu erhalten. Als ich erfuhr, dass der Mentee aus einer Gruppe kommt, mit der ich schon gearbeitet habe, war klar, dass das sicher interessant wird. Außerdem ist Mentoring ein interessantes Konzept, das in Österreich vielleicht weniger verbreitet ist als in Nordamerika. Insofern ist es sicher eine gute Idee, wenn man ein bisschen Erfahrungen damit sammelt."
"Work-life-balance" ist wichtig
Was erwartet sich sein Mentee Stelzeneder vom Mentoring-Programm? "Ich denke, dass ich vom Mentoring durch einen international erfahrenen Wissenschafter, wie Alexander Rauscher, sehr profitieren kann. Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass Ratschläge von einem erfahrenen Kollegen aus einem ähnlichem Forschungsfeld von unschätzbarem Wert sind und die eigene Karriere und Lebensplanung auf sehr positive Weise beeinflussen. Neben der wissenschaftlichen Seite, erwarte ich mir vor allem im Bereich ‚work-life-balance‘ Hilfe durch meinen Mentor."
Handisurya sieht es ähnlich: "Betreffend des Mentoring-Programms der ASCINA war ich sofort begeistert über die Möglichkeit, etablierte Wissenschaftler/innen mit Erfahrung in den USA kennenzulernen. Ich bin sehr froh, Edda Fiebiger PhD als Mentorin zugeteilt bekommen zu haben. Ihre Expertise hilft mir sicher bei meiner persönlichen Weiterentwicklung und ermöglicht Anregungen und neue Impulse für mein eigenes Arbeitsumfeld. Ich freue mich schon sehr auf den fachlichen und persönlichen Erfahrungsaustausch sowie den Aufbau von Freundschaften, die hoffentlich auch nach Beendigung des Programms bzw. meines Aufenthaltes in den USA bestehen bleiben."
Der Alumni Club wünscht "seinen" Mentees viel Erfolg und wird über die laufende Weiterentwicklung berichten.