
Das Journal of the American Medical Association http://jama.ama-assn.org hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie häufig MedizinstudentInnen private Geschichten ihrer PatientInnen und medizinische Details posten. Mehr als 50% der 78 untersuchten medizinischen Hochschulen meldete Fälle von StudentInnen, die einschlägige Inhalte online stellten. Eines von zehn dieser Postings enthielt deutliche Verletzungen der ärztlichen Schweigepflicht.
Das Team um Katherine Chretien vom VA Medical Center http://www.washingtondc.va.gov wies nach, dass es sich in den meisten Fällen um Blogs unter anderem auf Facebook handelte, die genug medizinische Details enthielten, um einzelnen PatientInnen zu identifizieren. Viele der Postings enthielten Obszönitäten und Diskriminierungen, ebenso wie sexuelle Inhalte.
Laut der Studie verfügen nur wenige Einrichtungen über Richtlinien für den korrekten Umgang mit social networking im Internet und Bloggen. "MedizinstudentInnen sind sich wahrscheinlich nicht bewusst, welche negative Auswirkung das Posten auf die Professionalität als MedizinerInnen oder ihre Karrieren haben kann", so die Leiterin der Studie wörtlich.
Weiters warnen die WissenschafterInnen, dass diese Inhalte auch ohne Namen und andere Details eine Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht riskieren können. Die Trennlinie zwischen Redefreiheit und unangebrachten Postings ist unklar. Es wäre wichtig, MedizinstudentInnen schon während ihrer Ausbildung über das Riskiko derartige Postings im Internet aufzuklären und sie zu informieren, wie auf diesen sites die Privatsphäre geschützt werden kann und wie man den einschlägigen content gezielt auf die Nennung des eigenen Namens absucht.